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Chronik von Schaippach


Am 24. Juni 2012 konnte Schaippach auf eine 1200jährige Geschichte zurückblicken. Mit der Urkunde von 812 übertrug ein gewisser Reginfrid seine Besitzungen zu "Sceipbach" dem Kloster Fulda. Er verschenkte nicht nur eine Neurodung mit Ländereien, Wiesen, Feldern, Wäldern, stehenden und fließenden Gewässern, sondern auch mit den dort beschäftigten Untertanen Namens Heiuuig, Altrat, Herimuot, Perahtniuui mit zwei Kindern und Perahtlind mit allen lebensnotwendigen Sachen. Ausgestellt wurde diese Urkunde im Kloster Fulda am 8. Tag vor den Kalenden des Juli im 44. Jahr der Herrschaft Karls, des ruhmreichen Herrschers der Franken.

In Schaippach kann auch Königsgut nachgewiesen werden. Kaiser Otto II. schenkte 983 sein ganzes Eigentum zu "Scheikbach" der Kirche des heiligen Märtyrers Kilian in Würzburg. Aufgeführt werden Wiesen, Weinberge, Weiden, Wälder, stehende und fließende Gewässer, Mühlen, Unfreie beiderlei Geschlechts, Fischgründe und Weideplätze. Es wird aber angenommen, dass dieses Königsgut keine Bedeutung als Stützpunkt königlicher Herrschaft gehabt hatte, denn es lassen sich keine "königsfreien Siedler" für Schaippach nachweisen, deren Aufgabe es war das Königsgut zu sichern und es durch wirtschaftliche Tätigkeiten zu erweitern. Auch finden sich im Gefüge der Schaippacher Flur keine Spuren eines größeren Hofes. Ebenso spricht der Verlauf der Fernwege, wie der "Birkenhainer", gegen einen "Etappenort" der fränkischen Herrscher.

Wann und wie Schaippach in den Besitz der Grafen von Rieneck gelangte, lässt sich nicht nachweisen. Die Grafen dürften aber in seinem Besitz gewesen sein, als sie um 1150 die Burg und Stadt Rieneck zum Mittelpunkt ihrer Herrschaft machten. Die Teilung der Grafschaft zwischen den beiden Linien zwischen der Lohr-Grünsfelder Linie und der Linie Rieneck-Rothenfels von 1314 brachte für viele beteiligte Orte neue Herrschaften. So war zum Beispiel in Schaippach noch Mainz und später auch Hanau beteiligt. Vollständig war der Ort erst 1489 wieder im Besitz der Rienecker.

Nach dem Aussterben der Grafen von Rieneck im Jahr 1559 wurde die Grafschaft unter die Erben, die Isenburger, die Hanauer, Erbach, Mainz und Würzburg, aufgeteilt. Der Hauptteil der Grafschaft, alle Passivlehen von Mainz und die rieneck'schen Aktivlehen, fielen 1559 an Mainz. Zum Amt Rieneck gehörten 1576 die Stadt Rieneck und die Dörfer "Schaippach, Hoenrod, Felden, Rengersbron, Weyersfeld, Schunderfeld, Michelaw und Huzfurdt".

In Schaippach lebten 20 mainzische Leibeigene und 2 hanauische. Keller Johann Wenzel führt in seiner Beschreibung 1640 nur noch 10 intakte Häuser an, die restlichen 11 waren abgebrannt. Schaippach erholte sich offensichtlich von den Kriegsfolgen rasch, denn 1669 gab es wieder 17 Bauern in Schaippach, die allesamt aber Mainz leibeigen waren. Als Mitbürger von Rieneck gehörten sie in die dortige seit 1411 selbstständige Pfarrei und zum dortigen Gericht.



1673 verkaufte Kurfürst Erzbischof Lothar Friedrich von Mainz den nördlichen Teil der Reichsgrafschaft Rieneck an den böhmischen Grafen Hans Hartwig von Nostiz. Dieser führte von da an den Namen von Nostiz-Rieneck. Der Grund für den Kauf waren Sitz und Stimme im fränkischen Reichsgrafenkollegium des Reichstages und im fränkischen Reichskreis, die mit der Grafschaft Rieneck verbunden waren. Der Graf besuchte Rieneck nie. Die einzigen, die je ihren Besitz in Augenschein nahmen waren seine beiden Söhne Anton Johann und Wenzel Desiderius, die am 9. Juli 1684 nach Rieneck kamen, um sich nach dem Tod ihres Vaters huldigen zu lassen. Unter ihrer Herrschaft wurden 1793 die Schaippacher Kirche und ein Jahr später die Schule gebaut. Das älteste Baudenkmal aber ist die massive Sandsteinbrücke über die Sinn, die schon 1357 bestand.

Mit dem Ende des "Römischen Reiches deutscher Nation" war 1805 die Reichgraftschaft mit der damit verbundenen Stimme im Reichstag für die böhmischen Grafen wertlos geworden.
Friedrich von Nostitz-Rieneck verkaufte deshalb am 20. März 1809 den Besitz an den "Fürst Primas der Rhein Confederation"

1810 wurde der Staat des Fürstprimas Carl Theodor von Dalberg durch Napoleon nach französischem Modell neu geordnet. Sitz des neu geschaffenen Staatsgebildes "Großherzogtum Frankfurt", Fulda und Hanau waren hinzu gekommen, war Frankfurt. Die französische Gesetzgebung wurde eingeführt und die Multikonfessionalität zugelassen. Die Amtsvogteien wurden zu Distriktmairien und die Gemeinden zu Mairien.

Die Amtsvogtei Aura wurde Burgjoß zugeordnet. Rieneck bildete eine eigene Vogtei.
1810 beziehungsweise 1818 wurde die politische Gemeinde Schaippach aus dem Realverband Schaippach, dem Hofgutsbezirk Hohenroth und dem Zollberger Wirtshaus gebildet. Nach dem Ende der napoleonischen Ära wurde 1813 das Departement Aschaffenburg von Bayern übernommen. Die bisherigen Distriktmairien wurden am 1. Oktober 1814 zu Landgerichten gemacht. Das Landgericht Aura schloss den Distrikt Burgjoß und die Hälfte des Jurisdiktionsamtes Rieneck ein. Rieneck mit Schaippach wurde durch das Landgericht Lohr verwaltet. Schaippach zählte 226 Einwohner, verfügte über eine Kirche und eine Schule. An der Sinn standen eine Mahlmühle, eine Gipsmühle und eine Lohmühle.

1828/29 wurde das Landgericht Aura aufgelöst. Die Gemeinden Wohnrod, Fellen, Neuhof, Rengersbrunn, Trockenbach und Burgsinn kamen zum Landgericht Gemünden. Rieneck, Dürrhof, Schaippach, Hohenroth und Zollberg, die bisher bei Lohr waren, wurden dem Landgericht Gemünden überführt, das 1862 zum Bezirksamt umgeformt wurde.
1869 zählte Schaippach 32 Wohnhäuser und 56 Familien mit 200 Seelen. Um die Jahrhundertwende gab es in Schaippach zwei Fabrikbetriebe, am Ortseingang seit 1893 eine Zigarrenfabrik, und eine Drahtfabrik wurde 1895 in der alten Sinnmühle eingerichtet.

Bevölkerungszuwachs brachte nach dem 2. Weltkrieg der Zuzug von Heimatvertriebenen. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich auf 420. Die Gebietsreform von 1971 bis 1978 beendete die Selbstständigkeit Schaippachs, es wurde am 1. Juli 1971 ein Stadtteil von Gemünden.
(Historischer Verein, Bruno Schneider)




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