Navigation überspringen
Quick-Navigator:
Suche:
zur Navigation
Sie sind hier: Startseite » Stadtportrait » Stadtteile » Reichenbuch » Chronik von Reichenbuch 
Sie sind hier: Startseite » Stadtportrait » Stadtteile » Reichenbuch » Chronik von Reichenbuch 

Chronik von Reichenbuch


Reichenbuch im Wandel der Geschichte

Gründung und Besiedelung, Vorgeschichte und frühes Mittelalter des Weilers Reichenbuch (Richartsbuch) liegen in Dunkelheit. Urkundlich wird der aus einigen Höfen bestehende Weiler, etwa 300 Meter über dem Meeresspiegel gelegen, im Zusammenhang mit der Stiftung des Zisterzienserinnenklosters zu Moppen (Schönau) durch den Edelknecht Friedrich von Heßlar im Jahr 1189 n. Chr. genannt.

Die Urkunde berichtet von einem Tauschgeschäft zwischen dem Grafen Gerhard II. von Rieneck und dem Abte Konrad der Benediktinerabtei Fulda: "1189 - Konrad, Abt zu Fulda, bekennt, dass Graf Gerhard von Rieneck zu ihm gekommen sei und unter Vermittlung des Kaisers Friedrich (Barbarossa) gebeten habe, ihm das Dörfchen Moppen, das der Fuldaer Kirche gehört, gegen andere bessere Güter zu überlassen; dass er (der Abt) durch seine Boten, den Propst von St. Maria und seinen Bruder Heinrich von Ertal die Wahrheit dessen erfahren und dem Grafen gegen die Hälfte des Dorfes Richartsbuch und eine Hube tauschweise Moppen übergeben habe."

Durch diesen Gütertausch zwischen der Abtei Fulda und dem Grafen Gerhard II. von Rieneck, dem bisher das Dörfchen Reichenbuch gehört hatte, ging die Hälfte des Weilers in den Besitz der Abtei Fulda über. Doch schon bald erscheint das ganze Dorf Reichenbuch wieder im Besitz der gräflichen Familie von Rieneck.

Die nächste erreichbare Urkunde überliefert nämlich: "1291 Mai 1. - Gerhard (IV.), Graf von Rieneck, und Adelheid von Bruneke (Brauneck), seine eheliche Hausfrau, schenken die Hälfte ihres Dorfes Richartsbuch mit allen Zugehörungen dem Kloster Schönau zum Heil ihrer Seelen und jener ihrer Töchter, welch letztere damals im Kloster aufgenommen waren. Ebenso geben Thomas, Gerhards Vater, nebst seiner Gemahlin Berta von Katzenellenbogen und Elisabeth von Hagenowe (Hagenau), Schwester der Grafen von Rieneck, die andere Hälfte desselben Dorfes an das Kloster, auf daß man dort ihres Vaters Ludwig und ihrer Mutter Adelheid ewig gedenke. Zugleich bekennen sämtliche, daß die Klosterfrauen (= von Schönau) einen Teil des Zehnten in Richartsbuch von Hartmann, dem Eidam (Schwager) des Ritters Dimar, was jene von dem Grafen zu Lehen trugen - gekauft und bezahlt haben."

Seit dem 1. Mai 1291 gehörte somit das Dorf Reichenbuch zum Besitz des Zisterzienserinnenklosters zu Schönau.

Am 29. Mai 1564 übergaben die letzten Nonnen des Frauenklosters zu Schönau, Äbtissin Veronika Geyer von Giebelstadt und Priorin Margaretha Geyer, ihre leibliche Schwester, das im Bauernkriege (1525) geplünderte und im Markgräfler Krieg (1553/1554) zerstörte Zisterzienserinnenkloster zu Schönau mit allen verbliebenen Besitztümern, darunter den zugehörigen Ortschaften Schönau, Seifriedsburg und Reichenbuch, dem Würzburger Fürstbischof Friedrich von Wirsberg. Der Fürstbischof hatte den beiden alten Nonnen eine lebenslängliche Leibrente (Leibgeding) im ehemaligen Benediktinerkloster "Paradies" zu Heidingsfeld bei Würzburg zugesichert. Für die ehemaligen Klostergüter des Frauenklosters Schönau, insbesondere für Reichenbuch und Schönau, wurde ein eigener fürstbischöflicher Verwalter eingesetzt, der von 1564 bis Ende des 17. Jahrhunderts von Schönau aus die ehemaligen Zugehörungen des Zisterzienserinnenklosters zu Schönau verwaltete.

In den erhaltenen Saalbüchern des 16. und 17. Jahrhunderts (Nr. 47, 48, 49, 50) erscheinen darum auch die vorgenannten Ortschaften nicht im Verzeichnis des fürstbischöflichen Amtes Gemünden.

Der Weiler Reichenbuch blieb im Zeitalter der Reformation dem katholischen Glauben erhalten. Seelsorglich wurde das Dörfchen Reichenbuch nach 1564 von der Pfarrei Gemünden betreut, bis es wahrscheinlich nach der Rekatholisierung Wolfsmünsters im Jahre 1628 dieser Pfarrei angeschlossen wurde.

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) verödete der Weiler Reichenbuch entweder unter den Einwirkungen von Seuchen und Pest oder aber unter den harten Folgen der schwedischen Besatzungstruppen (1631 - 1634) im Fürstbistum Würzburg und Herzogtum zu Franken.

Laut urkundlicher Abschrift vom 26.2.1813 übertrug Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn (1642 - 1673) im Rahmen des Neubesiedlungsprogrammes am 30. Oktober 1671 den ganzen Bereich des Reichenbucher Hofes oberhalb Schönau, nämlich zwei Wohnhäuser, eine Getreidescheuer, ein Haus des Schäfers mit Schafscheuer, mit den gebauten und ungebauten Artfeldern von 423 Morgen in drei Fluren, 26 Morgen Wiesen und Hutweiden und 6 Morgen unten an der Saale mit allen Rechten und Pflichten zwei Erbbauern Sebastian Zahn und Hansen Hofmann von Adelsberg. Die zwei Erbbauern wurden mit der Auflage verpflichtet, die Gebäude in gutem Zustand zu halten, die "verelenten und ins Holz verwachsenen Felder anzugreifen und auszurotten, die Wiesen abzuräumen und zu säubern".

Die zukünftigen Inhaber des Reichenbucher Hofes und der Schäferei sollten jährlich von den Schönauer Forstbeamten Brennholz angewiesen bekommen. Außerdem wurde ihnen die Nutzung der Eichelmast für Schweine und für das Zugvieh die Weide an den Schönauer Klosterwaldungen zugesprochen. Die Erbbauern von Reichenbuch sollten der landesfürstlichen Zehntgerechtigkeit und Botmäßigkeit in Würzburg unterstehen.

Schon im Laufe der nachfolgenden Jahre wurde der ursprüngliche Besitzstand der zwei Erbbauernhöfe auf vier Höfe aufgeteilt. Aus dem Jahre 1700 liegt folgende Statistik vor: "Reichenbuch, darauf 4 Erbbeständner, die zum Kloster Schönau gehören und mit allen Rechten bei Würzburg."

Nach der Säkularisation und Auflösung des geistlichen Herzogtums zu Franken (1802) kam Reichenbuch im Jahre 1818 bei der Neuordnung der Gemeinden zur Gemeinde Seifriedsburg. Der Eintrag eines Handbuches aus dem Jahre 1830 lautet daher: "Seyfriedsburg ... einverleibt (eingegliedert) Reichenbuch, Hof, 1 6/8 St. v. L., 3/4 v.R.A.S. (= Sachsenheim), mit 5 Wohnh., 6 Fam., 44 S. (= Seelen), Kath., Filial zur Pf. (= Pfarrei) Wolfsmünster und zur Schule zu Seyfriedsburg, 1/2 St. davon."

Bei der letzten Gebietsreform im Jahre 1971 wurden die Gemeinde Seifriedsburg mit seinen "einverleibten" Nachbardörfern Reichenbuch und Schönau der Stadt Gemünden eingegliedert.

Stand seit dem II. Weltkrieg
Am Ende des II. Weltkrieges waren die Reichenbucher Bauernhöfe die Zufluchtsstätten für manche ausgebombte Gemündener Bürger. Seit dem II. Weltkrieg hat sich jedoch ein großer Strukturwandel in dem Dörfchen Reichenbuch vollzogen. Die Schäferei ist eingegangen; das alte, leerstehende Schäferhaus wurde zuletzt von der Stadt Gemünden an einen Seifriedsburger verkauft. Seit dem Jahre 1987 steht an dessen Stelle ein Neubau. Auch bei den Erbbeständnern des ehemaligen Reichenbucher Hofes ergaben sich seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wesentliche Änderungen. Zwei Höfe wurden an einen auswärtigen Bürger verkauft, wovon die Nutzfläche des einen Hofes weiter verkauft, die landwirtschaftliche Nutzfläche des zweiten Hofes wieder verpachtet wurde. Die zwei verbliebenen einheimischen Bauern haben ebenfalls ihre Äcker und Wiesen an auswärtige Bauern verpachtet. Neu hinzugekommen in das Dorfbild des Weilers Reichenbuch sind auf der Südseite zwei Häuser im Bungalow-Stil.

Die Reichenbucher Kapelle
Die Kapelle in Reichenbuch, an der Kreuzung der Wanderwege auf Gemeindegrund erbaut, geht auf ein Gelöbnis eines frommen Reichenbucher Bauern des 19. Jahrhunderts zurück. Der Bauer Nikolaus Strohmenger hatte in der Bedrängnis des Napoleonischen Feldzuges nach Rußland (1812) unter der Verpflichtung eines Gelübdes versprochen, nach glücklicher Heimkehr zum Dank in Reichenbuch eine Kapelle zu Ehren der Gottesmutter zu erbauen. Erst seiner Enkelin, Dorothea Strohmenger, aus dem Stamm "Lenze" gelang es, mit Hilfe der einheimischen Bevölkerung im Jahre 1852 die versprochene Kapelle zu errichten.

Der ganze Bau soll 1000 Gulden gekostet haben. Bis nach dem II. Weltkrieg zelebrierte gelegentlich ein Pater aus dem nahen Franzisk.-Minoritenkloster in Schönau in der Kapelle zu Reichenbuch eine heilige Messe. Infolge der zurückgegangenen Katholikenzahl im Weiler Reichenbuch wurde die Gottesdienstfeier in der Marienkapelle zu Reichenbuch eingestellt.

Im Laufe seiner 136-Jährigen Geschichte erlebte das Marienheiligtum zu Reichenbuch schon verschiedene Renovierungen, wie die Farbanstriche im Inneren der Kapelle ausgewiesen haben. Im Jahre 1942, mitten im II. Weltkrieg, erhielt der Altar mit seiner Marienstatue einen Baldachin, der, freilich der schweren Zeit entsprechend, nur sehr einfach ausfiel.

Im Herbst 1977 ist die Außenfassade der Marienkapelle wieder in ihrer ursprünglichen Form hergestellt worden. Schließlich wurde im Jahre 1987 durch eine großzügige Spendenaktion und mit dem arbeitsmäßigen und finanziellen Einsatz des Obst- und Gartenbauvereins Seifriedsburg die Innenrenovierung der Marienkapelle ermöglicht. Die erforderlichen Restaurierungsarbeiten an Wänden und Decke des Innenraumes, die Neuvergoldung an Altar, Muttergottesstatue, Baldachin und Kreuz leistete zur vollen Zufriedenheit aller die Maler- und Restaurationsfirma Geißler, Karlstadt.

Am Nachmittag des 18. Juni 1987 (Fronleichnamstag), am sogenannten "Reichenbucher Kirchweihfest", konnte die renovierte Kapelle "Maria, Königin des Friedens" mit einer feierlichen Marienandacht eröffnet werden.

Die Stadt Gemünden hat durch die äußere Anlage einer entfeuchtenden Drainage um die Kapelle und durch die gründliche Erneuerung der Eingangstür ihren Teil zur erfreulichen Gestaltung des Reichenbucher Kapellchens beigetragen.

(Text: Pater Bernhard Bauer, Kloster Schönau)




Öffnungszeiten des Rathauses

Stadt Gemünden a.Main
Scherenbergstraße 5
97737 Gemünden a.Main 

Telefon: 09351 8001-0
Telefax: 09351 800 00-60
Montag - Mittwoch
08.00 - 12.00 Uhr

Donnerstag
08.00 - 12.00 Uhr
14.00 - 15.30 Uhr

Einwohnermeldeamt
bis 18.00 Uhr

Freitag
08.00 - 12.00 Uhr
Im Rathaus: Was erledige ich wo?
Rathaus & Verwaltung
Das Foto zeigt das Rathaus in Gemünden, von der Scherenburg aus gesehen.
Übrigens: Von hier oben haben Sie einen wunderschönen Weitblick in das Maintal.
Weiterlesen...

Stadt Gemünden a.Main
Scherenbergstraße 5 | 97737 Gemünden a.Main | Tel.: 09351 8001-0 | poststelle@gemuenden.bayern.de
  OK  
Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung